Sonntag, 9. November 2014
Ursachen
Burnout bekommen die verschiedensten Menschen. Wenn man nach den Ursachen der „Krankheit“ im Internet sucht, findet man meist ziemlich ähnliche Ergebnisse. Welche dies sind, zeig folgende Auflistung:

Äußere Ursachen: hohe Arbeitsbelastung, Druck, Stress, Mobbing, mangelnde Ressourcen (Personal, Finanzmittel,…), Mangel an positivem Feedback, ständige Konfrontation mit Problemen z. B. durch Kunden / Klienten / Schüler, keine klare Abgrenzung zwischen Beruf und Privatleben, zu hohe oder unklare Erwartungen und Zielvorgaben, Zerrissenheit zwischen den Erwartungen des Chefs / der Mitarbeiter / der Kunden / Klienten oder Patienten, Hierarchieprobleme, mangelhafte Arbeitsorganisation / Strukturen und Rahmenbedingungen, schlechte Teamarbeit, Konflikte, Kompetenzgerangel, Überforderung durch zu komplexe oder sich ständig ändernde Aufgaben, Unterforderung, geringer Verdienst und die darin gesendete Botschaft: "Deine Arbeit ist nicht viel wert!“, drohender Arbeitsplatzverlust, etc.

Innere Umstände: sehr hohe Ideale / Ehrgeiz, Perfektionismus, Helfersyndrom, die Unfähigkeit, „Nein“ zu sagen, die Angst vor Ablehnung, Angst den Erwartungen anderer nicht zu entsprechen, Angst vor Gesichtsverlust - z. B. wenn ein bestimmtes Projekt scheitert, Angst vor Chaos, Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, Angst Sicherheiten zu verlieren, Angst vor Versagen, Angst vor Kritik, Angst in der „grauen Masse“ unterzugehen, Angst „es“ nicht zu schaffen, der Wunsch der/die Beste zu sein, Wunsch nach Erfolg, Wunsch sich zu beweisen, Wunsch wirklich etwas zu bewirken / den „Unterschied zu machen“, Wunsch nach Anerkennung, Wertschätzung, Wunsch nach materieller Sicherheit, Zweifel an kommunikativen Fähigkeiten, Fokussierung auf Probleme anderer, schwerwiegende persönliche Probleme, kein soziales Netz, etc. ³

Die Auflistung zeigt nicht nur, dass es eine Vielzahl an Faktoren gibt, die zu einem Burnout führen, sondern auch, dass nicht nur Stress und Arbeit die Ursache sind. Die Betroffenen selbst spielen eine große Rolle. Wer charakterlich besonders fixiert auf Erfolg ist oder aber stark an Ängsten leidet, tendiert stärker zu Burnout. Würde jedoch eine erwachsene Person solche charakterlichen Voraussetzungen haben und sich täglich in einem idealen Arbeitsklima befinden, wäre es möglich, dass die „Krankheit“ nicht ausbricht. All das würde bedeuten, Burnout kann zwar theoretisch jeder bekommen, allerdings vor allem diejenigen, die die oben aufgelisteten persönlichen Schwächen haben. Besonders wichtig ist es darauf hinzuweisen, dass nicht allein innere oder allein äußere Ursachen Grund für einen Burnout sind. Beide Ursachen spielen zusammen.


3. Vgl. Burnout Fachberatung, „Burnout Ursachen“, Online im WWW unter URL: http://www.burnout-fachberatung.de/burnout-syndrom/burnout-ursachen.htm [09.11.2014].
Vgl. Christian Angele, „Burnout Ursachen“, Online im WWW unter URL: http://www.hilfe-bei-burnout.de/burnout-ursachen/ [09.11.2014].
Vgl. Nils Zimmermann, „Ursachen“, Online im WWW unter URL: http://www.burn-out-syndrom.org/ursachen [09.11.2014].



Sonntag, 2. November 2014
Die 12 Phasen (Teil 2)
In der zweiten Hälfte der 12 Phasen des Burnouts, den Phasen 7-12, wird die Situation für die Betroffenen immer schlimmer. Nach und nach wird klar, dass es ein schwerwiegendes Problem gibt.

Folgendes geschieht in den letzten 6 Phasen des Burnout-Syndroms:

7. Rückzug: In der Phase des Rückzugs beginnen Betroffene sich mehr und mehr von der Außenwelt abzuschirmen. Sie werden immer stärker von Orientierungslosigkeit und Verzweiflung geleitet und sind oft emotional abgestumpft.

8. Beobachtbare Verhaltensänderung: Ab diesem Punkt fällt deutlich auf, wie sich die „erkrankte“ Person immer mehr verändert. Die Reaktionen der Außenwelt auf das Verhalten der Betroffenen, also auch Zeichen von Sorge und Mitgefühl, haben nur noch einen stärkeren Rückzug von der Außenwelt zur Folge. Es ist für Betroffene kaum noch möglich festzustellen, dass Freunde und Familie ihnen nur helfen wollen.

9. Depersonalisation: Hierbei beginnt das Gefühl eines Verlustes der Persönlichkeit. Eigene Bedürfnisse sind nun gar nicht mehr zu erkennen. Die Fähigkeit der Selbstakzeptanz geht ebenfalls gänzlich verloren.

10. Innere Leere: Die Betroffenen leiden nun an Panik und Phobien. Das Gefühl sie wären überflüssig und nutzlos gewinnt Überhand. Der Effekt der inneren Leere ist, dass manche mit Tabletten oder anderen Mitteln versuchen ihre Gefühle in den Griff zu bekommen und dafür zu sorgen, dass es ihnen besser geht und das eigene Leben wieder erträglicher wird.

11. Depression: Die vorletzte Phase ist der Punkt an dem Verzweiflung und Erschöpfung übermächtig werden. Es sind manchmal die einzigen Gefühle, die noch wahrnehmbar erscheinen. Die Depression ist unter anderem an dem Drang andauernd schlafen zu wollen erkennbar. Es kann aber auch zu Suizidgedanken kommen.

12. Völlige Burnout-Erschöpfung: In der letzten Phase des Burnout wird der Erschöpfungszustand für Betroffene lebensgefährlich. Sie verlieren sich selbst und lassen von den Zwängen ab, die erst zu ihrer „Erkrankung“ geführt haben. Der Sinn des Lebens geht zusammen mit den Zwängen verloren. In dieser Phase wird dringend dazu geraten sich Hilfe zu holen, da es sich um einen ernsten Notfall handelt.²

Es zeigt sich, wie ernstzunehmend Burnout ist. Man bekommt, durch die weite Verbreitung der „Krankheit“, leicht den Eindruck, es wäre tatsächlich nicht so schlimm und tut es leicht als eine Modekrankheit hab. Allerdings ist zu beachten, wie die Depression während des Burnouts zu Suizidgedanken führen kann. Dies macht die Situation für Betroffene nicht nur riskant, sondern lebensgefährlich. Bis hierhin klang Burnout nach einer wirklich schlimmen Art einer psychischen Erkrankung.

Es ging mir nur darum zu erläutern, was genau bei einem Burnout mit den Betroffenen geschieht. Denn wenn man erst weiß wie etwas abläuft, ist es einfacher es zu verstehen. Wenngleich es bei jeder Art von psychischer Erkrankung immer besonders schwierig ist sich in die Erkrankten hinein zu versetzen, es sei denn man leidet selbst unter ähnlichen Problemen.

2. Vgl. Meike Mencke: „Die Phasen im Burnout“, online im WWW unter URL: http://www.burnout-therapie.org/phasen-verlauf/ [01.11.2014].



Sonntag, 26. Oktober 2014
Die 12 Phasen (Teil 1)
Burnout ist, wie allgemein bekannt ist, ein schleichender Prozess. Die Betroffenen durchlaufen verschiedene Phasen. Die erste Hälfte dieser Phasen, also die Phasen 1-6, sind meiner Meinung nach nicht direkt als der Beginn von Burnout zu identifizieren, da es hauptsächlich um Erfolg und den Wunsch etwas besonders gut zu machen geht.

Die ersten 6 Phasen des Burnout-Syndroms sehen wie folgt aus:

1. Der Zwang sich zu beweisen: In dieser Phase geht es um das eigentlich positive streben nach Erfolg, welches durch die Betroffenen selbst zu deren Zwang wird. Sie Beginnen zu viel Leistung von sich zu verlangen.

2. Verstärkter Einsatz: An diesem Punkt wird der Wunsch nach Perfektion zwanghaft und die Versagensängste steigen.

3. Subtile Vernachlässigung eigener Bedürfnisse: Hierbei beginnen Betroffene sich weniger um sich selbst zu kümmern und nur noch für deren Aufgabe oder Arbeit zu leben. Dinge wie das eigene Wohlbefinden, also Hunger, Müdigkeit, etc. werden hinten angestellt.

4. Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen: Nun beginnen die Betroffenen langsam zu bemerken, dass es ihnen nicht gut geht. Allerdings ohne die Einsicht etwas ändern zu müssen und so wird weiterhin der Drang nach Erfolg über die eigenen Bedürfnisse gestellt.

5. Umdeutung von Werten: Während dieser Phase ist die Wichtigkeit oder Unwichtigkeit von Handlungen und Ereignissen von den Betroffenen nicht mehr klar zu erkennen. Der Druck ist in dieser Zeit so hoch, dass es nur noch möglich ist in der Gegenwart zu leben. Die Betroffenen leiden an einem gestörten Zeitbegriff und an Desorientierung.

6. Verstärkte Verleugnung auftretender Probleme: In dieser Phase beginnen die Betroffenen immer stärker Probleme zu leugnen und steigern immer weiter die Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse. ^1

In dieser ersten Hälfte des Burnout lässt sich gut erkennen, wie unauffällig der Beginn der „Erkrankung“ ist und wie diese sich immer weiter steigert. Außenstehenden fällt hierbei möglicherweise noch gar nicht auf, dass die Betroffenen ein ernsthaftes Problem entwickeln. Vermutlich liegt es unter anderem daran, dass unsere Gesellschaft allgemein sehr leistungsorientiert ist und Personen, die sich dementsprechend nur durch Leistung und Erfolg identifizieren, schnell als „Workaholics“ abgestempelt werden. Wobei zu beachten ist, dass Arbeitssucht selbst tatsächlich auch eine Erkrankung ist. Die je nach Fall ebenfalls einen Teil des Burnout ausmachen kann. Der Burnout selbst wird besonders gegen Ende der 12 Phasen besonders schlimm, wie sich noch zeigen wird.



1. Vgl. Meike Mencke: „Die Phasen im Burnout“, online im WWW unter URL: http://www.burnout-therapie.org/phasen-verlauf/ [26.10.2014].