Die 12 Phasen (Teil 1)
Burnout ist, wie allgemein bekannt ist, ein schleichender Prozess. Die Betroffenen durchlaufen verschiedene Phasen. Die erste Hälfte dieser Phasen, also die Phasen 1-6, sind meiner Meinung nach nicht direkt als der Beginn von Burnout zu identifizieren, da es hauptsächlich um Erfolg und den Wunsch etwas besonders gut zu machen geht.

Die ersten 6 Phasen des Burnout-Syndroms sehen wie folgt aus:

1. Der Zwang sich zu beweisen: In dieser Phase geht es um das eigentlich positive streben nach Erfolg, welches durch die Betroffenen selbst zu deren Zwang wird. Sie Beginnen zu viel Leistung von sich zu verlangen.

2. Verstärkter Einsatz: An diesem Punkt wird der Wunsch nach Perfektion zwanghaft und die Versagensängste steigen.

3. Subtile Vernachlässigung eigener Bedürfnisse: Hierbei beginnen Betroffene sich weniger um sich selbst zu kümmern und nur noch für deren Aufgabe oder Arbeit zu leben. Dinge wie das eigene Wohlbefinden, also Hunger, Müdigkeit, etc. werden hinten angestellt.

4. Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen: Nun beginnen die Betroffenen langsam zu bemerken, dass es ihnen nicht gut geht. Allerdings ohne die Einsicht etwas ändern zu müssen und so wird weiterhin der Drang nach Erfolg über die eigenen Bedürfnisse gestellt.

5. Umdeutung von Werten: Während dieser Phase ist die Wichtigkeit oder Unwichtigkeit von Handlungen und Ereignissen von den Betroffenen nicht mehr klar zu erkennen. Der Druck ist in dieser Zeit so hoch, dass es nur noch möglich ist in der Gegenwart zu leben. Die Betroffenen leiden an einem gestörten Zeitbegriff und an Desorientierung.

6. Verstärkte Verleugnung auftretender Probleme: In dieser Phase beginnen die Betroffenen immer stärker Probleme zu leugnen und steigern immer weiter die Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse. ^1

In dieser ersten Hälfte des Burnout lässt sich gut erkennen, wie unauffällig der Beginn der „Erkrankung“ ist und wie diese sich immer weiter steigert. Außenstehenden fällt hierbei möglicherweise noch gar nicht auf, dass die Betroffenen ein ernsthaftes Problem entwickeln. Vermutlich liegt es unter anderem daran, dass unsere Gesellschaft allgemein sehr leistungsorientiert ist und Personen, die sich dementsprechend nur durch Leistung und Erfolg identifizieren, schnell als „Workaholics“ abgestempelt werden. Wobei zu beachten ist, dass Arbeitssucht selbst tatsächlich auch eine Erkrankung ist. Die je nach Fall ebenfalls einen Teil des Burnout ausmachen kann. Der Burnout selbst wird besonders gegen Ende der 12 Phasen besonders schlimm, wie sich noch zeigen wird.



1. Vgl. Meike Mencke: „Die Phasen im Burnout“, online im WWW unter URL: http://www.burnout-therapie.org/phasen-verlauf/ [26.10.2014].